Die 14 größten Fehler beim Sprachenlernen Teil 2

Willkommen zu Teil 2! Ohne weitere Umschweife, los geht’s!

9.) Nicht in der Zielsprache denken lernen

In der Fremdsprache sprechen, fühlt sich zunächst etwas seltsam an. Man fühlt sich unsicher, findet die Worte nicht und macht viele Fehler. Im Laufe der Zeit gewöhnen sich die meisten daran und reden dann einfach ungeniert mit all den Fehlern weiter, die sie sich am Anfang angewöhnt haben. Das sollte man aber aus zwei Gründen nicht machen: 1.) Weil es ewig dauert, festgeübte Fehler wieder loszuwerden. 2.) Weil man sich sonst so anhört, wie die Ausländer, die wir im Alltag nicht richtig verstehen. Bestimmt kennst du auch so jemanden. In den meisten Fällen ist das auch ein netter Mensch, aber würdest du einen Vortrag von dieser Person besuchen und dafür Eintritt zahlen, wenn du vorher weißt, dass du die Hälfte nicht richtig verstehen wirst?

Was du stattdessen tun solltest

Dafür gibt es ein einfaches Gegenmittel. Man sollte zuerst versuchen, alles in der Fremdsprache zu denken. Auf diese Art kann man das Tempo variieren und ohne Druck nach den Worten suchen, sollte man sie nicht parat haben. Wenn die Worte dann verfügbar sind und man sich mental ausdrücken kann, fällt das Sprechen und Interagieren mit anderen viel leichter. Denn man weiß ja schon, wo die Probleme liegen und kann seine Fehler besser erkennen und korrigieren. Du wirst auch merken, dass sich deine Gedanken wiederholen und jede Wiederholung bedeutet Übung.

10.) Die Aussprache nicht üben

Das ist eine Todsünde, denn viele Sprachen benutzen zwar dasselbe Alphabet mit größtenteils denselben Buchstaben, aber diese Buchstaben werden nicht gleich ausgesprochen. Wusstest du, dass es im Englischen und im Italienischen kein ‘o’ gibt, wie wir es kennen? Wusstest du, dass das ‘z’ im Slowenischen wie ein stimmhaftes ‘s’ klingt?
Viele finden, dass das nicht wichtig ist, du darfst aber nicht vergessen, dass die Leute es in der Fremdsprache anders gewohnt sind als du. Wenn du alles anders aussprichst, als sie es gewohnt sind, dann müssen sie sich wahnsinnig anstrengen, um dich zu verstehen. Zum Vergleich kannst du dir einen Dialekt anhören, den du nicht verstehst. Das ist genau das Phänomen und sollte vermieden werden, wenn du eine wichtige Besprechung oder Verhandlung hast – oder schnell Freunde im Ausland finden willst. Wenn du so klingst, dass sie dich gut verstehen, baust du damit sofort Hemmungen ab, erzeugst Vertrauen und sie werden sie dich schneller akzeptieren.

Was sollte man stattdessen tun?

Wie weiter oben schon angesprochen, musst du erst durch Hören eine Referenz in deinem Kopf erstellen, damit du weißt, wie die Sache richtig klingt. Sobald du das im Griff hast, musst du die Aussprache aber noch üben, denn meistens sind unsere Gesichtsmuskeln nicht daran gewöhnt, diese Laute zu formen. Das bedeutet, wir müssen die Koordination erst lernen, dann müssen wir das üben, bis wir es automatisch richtig machen. Der Großteil davon ist relativ leicht, wenn du bestimmte Dinge nicht hinbekommst, empfehle ich einen guten Sprachlehrer, Dolmetscher oder Logopäden zu fragen.

11.) Die Melodie und Rhythmik der Zielsprache nicht verstehen

Sprache ist auch Musik, die einer bestimmten Melodielinie folgt. Wer den Rhythmus, die Betonungen und die Melodie nicht hinbekommt, macht es seinen Zuhörern nur unnötig schwer, weil sie es einfach ganz anders gewohnt sind. Genau wie weiter oben beim Satzbau und der Aussprache ist auch das sehr anstrengend. Du kannst als Experiment, einen beliebigen Text nehmen und die Betonungen einfach an der falschen Stelle eintragen. Jetzt liest du den Text jemandem vor und gehst willkürlich mit der Stimmlage rauf und runter. Ist das leicht zu verstehen? Was wenn du auch noch schnell liest?

Wenn du die Aussprache, Konstruktion und Musikalität richtig hinbekommst, werden dich viele wie einen Muttersprachler behandeln, auch wenn du ein paar Grammatikfehler machst. Es wird kein Problem sein, dich zu verstehen und den Inhalt mitzubekommen. (Ironisch, dass man auf der Schule die wichtigsten Dinge nicht lernt und nur darauf herum hackt, worauf es am Ende am wenigsten ankommt.)

Was du stattdessen tun solltest

Dazu musst du nur zuhören, die Phrasen nachsingen und den Rhythmus klopfen. Du wirst sehr schnell mitkriegen, welche Sprachen welche musikalischen Phrasen und welchen Rhythmus benutzen. Dann wirst du auch verstehen, warum eine bestimmte Art von Musik in bestimmten Ländern so populär ist und in anderen Ländern eine andere. Menschen, die komponieren können und Musik verstehen, sollten das pratkisch auf Anhieb verstehen. Bei allen anderen dauert es etwas länger, je nach dem wie gut ihr euch mit Musik auskennt. Falls du das nicht alleine herausbekommst, kannst du einen Musiker deines Vertrauens bitten, dir dabei zu helfen.

12.) Seine Zeit mit Lernmaterial verschwenden, das einen nicht interessiert

Das mit dem Lernen klappt immer dann am besten, wenn es einen brennend interessiert. Je mehr Interesse, desto mehr Spaß hat man dabei, das Gehirn produziert Glückshormone und man lernt in kurzer Zeit sehr viel. Wenn man aber kein Interesse hat und stattdessen mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat, dann produziert der Körper Stresshormone und wehrt sich dagegen. Dann lernt man nur sehr wenig.

Was du stattdessen tun solltest

Du brauchst eine starke Motivation und ein starkes Interesse. Die Gunst einer Frau zu gewinnen, ist für Männer oft eine sehr gute Motivation etwas zu lernen. Andere wollen ins Ausland gehen und immer schönes Wetter haben. Andere wollen einen Traumjob bekommen, den es hier einfach nicht gibt und für den sie ins Ausland müssen. Oft hilft es auch, sich für bestimmte Inhalte zu interessieren. Ich kenne Leute, die sich so sehr für Anime und Manga interessieren, dass sie nur dafür japanisch gelernt haben. Sie wollten bei Serien, die auf dem deutschen Markt gefloppt sind und daher nach der ersten Staffel eingestellt wurden, unbedingt wissen, wie es weitergeht.

13.) Zu einem „Lehrer“ gehen, die Sprache und das Lehren nicht beherrscht

Es ist immer eine schlechte Idee, zu einem Lehrer zu gehen, der das Thema, das er lehrt, nicht wirklich beherrscht. Ein anderes Problem ist es, bei einem Muttersprachler zu lernen, der es dem deutschem Publikum nicht erklären kann. Antworten wie „klingt komisch“, „ist halt so“ oder „keine Ahnung, sagt man einfach nicht“ sind keine Erklärungen, bei denen man etwas lernt. Das schafft nur Frust.

Was du stattdessen tun solltest

Stattdessen solltest du zu jemandem gehen, der das, was du machen willst, schon erreicht hat und das auch praktiziert. In jeder Beziehung, nicht nur im Bereich Sprachen. In unserem Fall könntest du dich an einen Übersetzer, Dolmetscher, einen Kosmopolit oder Globetrotter wenden. Wichtig ist, dass du mehr als einen Lehrer konsultierst. Eine zweite Meinung schadet oft nicht. Der Kosmopolit kann dir vielleicht mehr Tipps im Umgang mit der anderen Kultur vermitteln, der Globetrotter, wie man die Grundkenntnisse am schnellsten erlernt und der Übersetzer oder Dolmetscher wird dir mehr darüber sagen können, wie du Fehler und Sprachfallen vermeidest.

14.) Keine nachhaltige Lernmethode wählen und teure Intensivkurse belegen, die man nachher wieder vergisst

Eine Sprache zu lernen, ist ein Marathon und kein Sprint. Ein Intensivkurs hilft gar nichts, wenn du dir die Inhalte nicht merkst und sie nicht regelmäßig anwendest. Es ist besser, sich jeden Tag zwei Stunden mit einer Sprache zu beschäftigen, als einen 2-Wochen-Intensivkurs zu machen, bei dem du zu viel auf einmal lernst und daher die Hälfte nicht verstehst oder gleich wieder vergisst.

Wenn du täglich 2 Stunden auf die oben genannten Tipps verwendest, dann hättest du nach einem Jahr 730 Stunden produktiv gelernt und Spaß dabei gehabt, ohne dich wirklich anzustrengen und Zeit zu opfern. Denn du hast ja einfach dein Leben zum Teil in der anderen Sprache geführt. Im Fall des Intensivkurses hättest du in 2 Wochen 70 Stunden einfach nur abgesessen. Darüber hinaus sind diese Intensivkurse sehr teuer – wir sprechen hier vom mittleren bis hohen vierstelligen Bereich.

Was du stattdessen tun solltest

Daher versuch deine Fremdsprache wie deine Muttersprache zu lernen und die genannten Tipps zu befolgen, das kostet dich fast nichts. Darüber hinaus helfen dir Fremdsprachen auch, Geld zu sparen. Oft sind gebrauchte Bücher auf Englisch oder Spanisch sogar deutlich billiger als wenn du sie auf deutsch kaufst.

Ich hoffe, ich konnte dir damit helfen. Wenn du mehr wissen möchtest, weitere Infos findest du in meinem auf meinem Blog Verbal Athletes unter Sprachen lernen.
Ich wünsche dir alles Gute und viel Freude mit der Sprache deiner Wahl. Sprachen eröffnen dir ungeahnte Möglichkeiten, zum Beispiel die Möglichkeit, zu leben, wo du willst und das zu tun, was du willst.

Liebe Grüße und viel Erfolg

Wolfgang Steinhauer

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