Sprachen Lernen

Du willst eine Sprache lernen? So fängt man am besten an.

Diese Sprache wird mir relativ oft gestellt. Jede zweite Woche in etwa. Oder jeder zweite den ich neu kennen lerne. Vielleicht sollte ich in Zukunft lügen, wenn ich gefragt werde, was ich arbeite oder ein Buch schreiben… ^^

Die Frage ist immer, was man unter Anfänger versteht. Je nachdem, welche Ziele der einzelne hat, würde ich im Einzelfall immer spezifische Maßnahmen ergreifen. Das geht in diesem Artikel leider nicht, denn sonst wird ein Buch daraus und wir sitzen morgen immer noch hier.

Ich fange jetzt mal von ganz von Anfang an mit ein paar Dingen, die schnell umzusetzen sind und wenig oder nichts kosten. Dann kann jeder genau da einsteigen, wo er oder sie will, ok?

Das Radio in der Zielsprache hören

Das hilft einerseits beim unterbewussten Lernen, andererseits macht es einen mit der neuen Sprache und ihrem Klang bekannt. Darüber hinaus merkt man dann sehr schnell, ob man diese Sprache auch wirklich lernen will. Wenn euch der Klang der Sprache nicht gefällt, wird es euch weniger Spaß machen. Und je weniger Spaß, desto mehr Arbeit und desto langsamer lernen wir.

Alles, was uns bekannt vorkommt und was uns gefällt, lernen wir einfacher und schneller. Denn, wenn unser Unterbewusstsein schon die Vorarbeit gemacht hat, dann geht es nachher viel schneller, wenn wir bewusst lernen. Stellt es euch so vor. Mit Vorarbeit ist Lernen wie ein Spaziergang im Park, ohne unterbewusste Vorarbeit ist es, als würde man sich durch einen matschigen Dschungel kämpfen.

Man sollte jeden Tag so lange wie möglich die Sprache im Hintergrund laufen lassen und das über Monate hinweg. Viel hilft viel und je länger desto besser. Klingt nach viel Arbeit, aber glaubt mir, nach einer Woche habt ihr euch daran gewohnt und es fällt euch gar nicht mehr auf. Ihr werden sehen, welche unglaublichen Fortschritte ihr nach ein paar Monaten gemacht haben werdet.

Lehnwörter finden

Ein schnelles Projekt am Anfang zur Frustbekämpfung bevor der Frust erst entsteht. Ladet euch aus dem Internet eine Liste mit Lehnwörtern herunter. Das bedeutet ihr sucht nach Listen von deutschen, lateinischen, griechischen und englischen Wörtern, die in der Fremdsprache eurer Wahl auch existieren. Auf die Art seht ihr wie viel ihr eigentlich schon wisst. Abgesehen davon ist es immer gut, das eine oder andere Fremdwort im Repertoire zu haben.

Einen Kurs an der Volkshochschule besuchen

So einen gewöhnlichen Vorschlag habt ihr sicher nicht erwartet, oder? Es kommt noch besser: Lest das Kursbuch bevor es im Kurs besprochen wird. Je früher desto besser und je schneller desto besser. Der Kurs sollte nur noch Übung und Wiederholung dessen sein, was ihr im Buch schon gelernt habt. Seien wir mal ehrlich: Um das Buch durchzukauen, brauchen wir keinen Kurs. Wir brauchen den Kurs zum Üben, zur Interaktion und, um Fragen zu stellen. Daher müssen wir das Buch vorher allein durcharbeiten.

Ein Online-Sprachlernprogramm durchspielen

Meistens bekommt man bei diesen Spielen 30 Tage kostenlosen Zugang. Wenn ihr also schon Vorkenntnisse habt, könnt ihr schon während des Testzeitraums sehr weit kommen. Darüber hinaus bieten diese Programme einen spielerischen, multimedialen Zugang zum Thema. Es macht Spaß, ist simpel und man lernt was dabei. Selbst wenn die behandelten Lektionen für euch nichts Neues mehr sind, ist es doch eine gute Übung, denn wir lernen erst durch Wiederholung. Zusätzlich gibt uns die Wiederholung auch die Bestätigung etwas zu können. Ohne Bestätigung fragen wir uns immer wieder, ob das jetzt richtig war oder nicht.

Kinderbücher und Cartoons

Ja ihr habt richtig gehört. Fangt mit Kinderbüchern an. Die sind simpel, erklären sich wegen der vielen Bilder und einfach strukturierten Geschichten von selbst und man kann mit seinen eigenen oder den Kindern von Freunden lernen. Es ist wichtig, dass ihr unter dem Text eine Wort-für-Wort-Übersetzung in das Buch hineinschreibt, damit ihr seht, wie sich die Strukturen verschieben und damit ihr die Lücken in eurem Wortschatz schließen könnt. So lernt ihr nämlich nicht nur neue Wörter, sondern auch gleich wie man sie benutzt.

Der nächste Schritt wäre dann Cartoons anzusehen. Aber bitte mit Untertiteln. So lernt ihr nicht nur, was man in welcher Situation sagen könnte, sondern auch gleich, wie man es schreibt und ausspricht.

Langsam steigern

Wenn ihr Kinderbücher und Cartoons versteht, könnt ihr immer schwierigere Texte und Filme nehmen. Vielleicht erst ein Jugendbuch, dann ein simples Buch für alle Altersstufen und dann die Zeitung.

Bei Filmen gestaltet sich die Sache etwas schwieriger. Wenn ihr vor lauter Untertitel lesen, nicht mehr aufs Bild schaut oder der Handlung nicht folgen könnt, dann ist es noch zu schwer. In diesem Fall ist es klüger, erst einen leichteren Film zu wählen und den schwierigen erst mehrere Male im Hintergrund mitlaufen zu lassen, während ihr etwas Anderes macht. Ihr werdet sehen, auf einmal ist es dann ganz leicht.

Sprechen

Jetzt, da die ersten Schritte getan sind und ihr die Sprache einigermaßen versteht und ein bisschen reden könnt, wäre es an der Zeit, mit einem Tandem anzufangen und die andere Sprache auch zu sprechen. Euer Tandempartner sollte sehr pingelig sein und euch alle eure Fehler vor Augen führen. Lasst euch davon nicht deprimieren. Ein Fehler ist nur ein Indiz, wie man es nicht mehr machen sollte. Ihr werdet noch tausende Möglichkeiten haben, es das nächste Mal richtig zu machen.

Die Sprache sehen

Im Ausland sieht man ja auch sehr viele Schilder. Wir können leider nicht alle Plaketten an allen Hauswänden im Viertel übersetzen und ersetzen, aber wir können unsere Wohnung mit Zetteln vollkleben. Der Effekt ist derselbe. Die Sprache wird sichtbar und mit einem Gegenstand oder einer Handlung in Verbundung gebracht. Der erste Schritt könnte darin bestehen, die Gegenstände zu benennen, der nächste wäre dann die Schilder, die wir in unserem Umfeld sehen (Anwaltskanzlei, Bäckerei, Steuerberater, etc.) zu übersetzen und an eine Wand zu hängen. Keine Ausreden, jeder hat zumindest eine Wand zuhause. Der dritte Schritt wäre dann, die Schilder mit entsprechenden Handlungen zu ergänzen. Hier ein Beispiel: Waschmaschine – Wäsche waschen,  in den Trockner legen, aufhängen…

TV und Multimedia

Die meisten Bücher, Fernsehserien und Filme gibt es auch in der Zielsprache. Dank Netflix, Amazon und anderen Streamingdiensten ist das heutzutage auch kein Problem mehr.

Gedächtnisstützen

All die Notizen, die wir im Laufe einer Woche nur für uns selbst schreiben, können wir genauso in der Fremdsprache schreiben. Genau wie die oben erwähnten Maßnahmen ist es eine repetitive Maßnahme, die uns das Wissen antrainiert und uns das Pauken erspart. Beispiele wären Einkaufslisten, Prioritätenlisten in der Arbeit, Tagebuch, Notizen, wenn wir etwas z.B. bei einem Lehrgang oder im Studium mitschreiben.

Interaktion

Wenn wir jetzt noch alle Gespräche Revue passieren lassen und im Geist in der Fremdsprache antworten, haben wir dieselbe Situation wie im Ausland. Wir sehen und hören die Sprache nicht nur, wir interagieren auch in der Sprache.

Denken

Die vorletzte Maßnahme: Wenn wir versuchen, in der Fremdsprache zu denken, wären wir schon fast am Ziel. Unser Denken ist oft repetitiv. Wir machen uns immer wieder über dieselben Dinge Sorgen und denken immer wieder an dieselben Dinge. Diese Wiederholungen können wir uns zunutze machen. Auf diese Art lernen wir alle unsere Interessensgebiete, Sorgen und Gefühle auch in der neuen Sprache auszudrücken.

Gesprächspartner

Letzter Schritt: Jetzt müssten wir nur noch jemanden finden, online oder offline, mit dem wir auch wirklich sprechen und das Gelernte anwenden können.

Ich hoffe diese Tipps helfen euch weiter. Falls ihr Fragen oder Anmerkungen habt, ich lese jeden Kommentar und freue mich über jede Rückmeldung.

Bis dann und bleibt immer schön verbal fit!

Euer Wolfgang

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