Tim Ferris – Sprachen in Rekordzeit lernen

Für alle, die ihn noch nicht kennen: Tim Ferris ist der Autor der Bücher 4-hour body und 4-hour workweek. Darüber hinaus betreibt er einen Blog mit vielen interessante Tipps und Tricks zum Thema Bodyhacking. Sein Motto lautet: Don’t try this at home – let it try him first. Und das Motto ist Programm. Heute wollen wir über sein Sprachenlernprogramm sprechen, das Benny Lewis erarbeitet hat.

Hier sind seine besten Tricks:

1.) Die richtigen Worte auf die richtige Art lernen

Benny meint, 80 % dessen, was wir sagen, kann man mit etwa 300 Wörtern ausdrücken. Daher sollte man auch die Wörter lernen, die man permanent benutzt und diese in regelmäßigen Intervallen mit Hilfe von Zettelkästen oder einer App wie Anki lernen.

Mein Kommentar: Damit hat er Recht, aber die ersten 300 Wörter sind leider nur das Touristenniveau, um in dem Land zu leben und zu arbeiten, braucht man dann schon eher 3000. Der Tipp ist gut, aber halt nur der Anfang.

2.) Wörter ableiten

Es gibt ja viele Wörter, die sich in verwandten Sprachen gleich anhören, oder gleich als Fremdwörter aus eine anderen Sprache importiert worden sind. Das funktioniert nicht nur in den romanischen und germanischen Sprachen sondern auch in den slawischen Sprachen, dem Japanischen etc. Ihr werdet euch wundern.

Mein Kommentar: Dieselbe Erleuchtung, die man mit Latein und Griechisch beim Lernen anderer Sprachen hat, kann man auch mit anderen Sprachen wiederholen. Ich möchte nur daran erinnern, wie viele Anglizismen wir im Deutschen haben. In anderen europäischen Ländern gibt es teilweise dieselben, teilweise neue. Wer also des Englischen mächtig ist, wird auch hier viele kleine Offenbarung haben – selbst wenn ihr Japanisch lernt. Super Tipp, konzentriert euch auf das, was ihr schon wisst. Das entfrustet und schafft Erfolgserlebnisse. Dazu könnt ihr in einer Publikation eurer Wahl oder eurem Lehrbuch euch als erstes die Vokabeln heraussuchen, die ihr schon aus anderen Sprachen kennt.

3.) In der Sprache leben

Hier führt er an, dass man das Radio hören, fernsehen, Zeitungen und Blogs lesen sollte. Bei Verständnisproblemen hilft der Google-Übersetzer.
Mein Kommentar: Unverzichtbar.

4.) Sprechen üben mit Skype

Benny führt hier an, man sollte von Anfang an in der Fremdsprache sprechen. Er empfiehlt hier die Seit italki.com, wo man Gesprächspartner für 5 $ die Stunde finden kann. Eine andere Möglichkeit wäre die Homepage Fiver. Ein Vorteil bei diesen Skype-Sessions ist, dass ihr immer ein Online-Wörterbuch griffbereit habt und euch Stichwörter in einer Worddatei notieren könnt.

Mein Kommentar: Diese Meinung teile ich nicht, weil die Erfahrung gezeigt hat, dass der Großteil der Schüler am Anfang derart gravierende Fehler einübt, die sie dann nie wieder loswerden. Das Ergebnis ist ein „kreolischer“ Dialekt, der in Isolation aus der Muttersprache des Lernenden und der Zielsprache entsteht. Im schlimmsten Fall versteht man diesen Mensch einfach nicht, im Normalfall spricht er wie ein Übersetzungsprogramm und nicht wie ein Mensch. Wenn euch das reicht, kein Problem, aber ihr lest hier den Blog eines Dolmetschers. Warum sollte man wie Benny eine Sprache in 3 Monaten schlecht lernen, wenn man sie nach 1 Jahr auch vernünftig sprechen kann? Das wären in 20 Jahren Hobbytätigkeit und Reisen immer noch 20 Sprachen!

Ihr könnt bei euren Skype-Sessions auch einen Dialog aus einem Buch nehmen und für eure Zwecke bearbeiten und dann mit diesem Skript sprechen. So könnt ihr üben, eure Fehler erkennen, verbessern und dann zum nächsten übergehen. So könnt ihr innerhalb einer Stunde ein simples Gespräch vorbereiten und testen. Der Rest ist nur noch Übung.

5.) Geld sparen

Benny meint, viele teure Kurse wären auch nicht besser als die kostenlosen. Er empfiehlt unter anderem DuoLingo und BBC languages.
Mein Kommentar: Exakt!

6.) Erkennen, dass Erwachsene Sprachen leichter lernen als Kinder

Mein Kommentar: Je mehr man schon weiß, desto schneller lernt man auch. Kinder fangen ja von vorne an. Zusätzlich werden sie in der Schule noch eingebremst und können nicht in ihrem eigenen Tempo lernen. Das bedeutet, manchmal sind sie extrem schnell und machen einen Satz nach vorne, bei anderen Dingen brauchen sie mehr Zeit. Ihr könnt in eurem Tempo lernen und habt schon einen deutlichen Startvorteil gegenüber den Kindern. Wenn die Kids nach 4 Wochen Sommerferien in Spanien anfangen spanisch zu sprechen, dann nur, weil sie 4 Wochen lang zugehört und dekodiert haben. Das könnt ihr auch.

7.) Das Vokabular mit der Mnemotechnik erweitern

In einfachen Worten, man soll sich Eselsbrücken bauen.
Mein Kommentar: Das kann extrem effektiv sein. Wenn einem aber zu diesem Wort nichts einfällt, dann bringt einen das auch nicht weiter.

8.) Man sollte sich für seine Fehler nicht schämen.

Mein Kommentar: Da hat er Recht. Ich finde nur, dass man einem Lernenden keinen Gefallen tut, wenn man ihm oder ihr nicht die Werkzeuge in die Hand gibt, um diese Fehler zu erkennen und korrigieren.

9.) Ziele sollten S.M.A.R.T sein.

Damit meint er spezifisch, messbar, erreichbar (attainable), relevant und zeitlich begrenzt sein (time-bound). Benny meint auch, dass ein Jahr viel zu lange wäre. Man soll Ziele in 6 Wochen, 3 oder 4 Monaten nimmt.

Mein Kommentar: Da hat er Recht, man sollte sich auch so kurz gesteckte Ziele setzen, aber ein großes Ziel in 12 Monaten sollte auch nicht fehlen, wie ich finde. Man muss sich Sprachen antrainieren, aber was macht man, wenn man ein Ziel nach 6 Wochen erreicht hat? In diesem Fall sollte gleich das nächste Ziel auf diesem Weg bereit stehen und den Weg zu einem noch größeren Ziel ebnen. Sonst bekommt man dasselbe Problem, wie die meisten Diäten. Ziel erreicht und weiter wie bisher anstatt seine Erährungsgewohnheiten umzustellen.

10.) Jeden Tag eine Stunde Konversation üben

Mein Kommentar: Sehr gut Idee, besonders am PC, wo man seine Fehler und Vokabellücken mitschreiben und gleich nachschlagen kann. Zusätzlich könnte ihr eure Konversation mitschneiden und euch später verbessern. Das ist beim ersten Mal brutal enttäuschend, aber eine sehr effektive Übung.

11.) Wie die Muttersprachler klingen

Hier spricht er Tonfall, Laute, Rhythmik und die Melodie kurz mit ein paar Beispielen an. Benny erzählt auch, dass er mit einem Lehrer und einem Akzenttrainer daran arbeitet.
Mein Kommentar: Sehr wichtiger Punkt! Aber ich will den Rahmen dieses Artikels nicht sprengen. Wenn ihr mehr wissen wollt, ihr findet mehr dazu auf diesem Blog.

12.) Sich wie die Einheimischen verhalten

Dazu gibt es eine einfache Übung. Man sollte die Einheimischen beobachten und das einfach nachmachen. Sobald man nicht mehr komplett ausländisch rüberkommt, werden sie auch viel eher die Landessprache mit einem Sprechen und nicht Englisch.
Mein Kommentar: Ist mir in Rom auch auch passiert. Auf dem Land oder in kleineren Städten nicht, in Touristenstädten ist das aber ein Problem, weil die Einheimischen es gewohnt sind, von Touristen auf Englisch nach dem Weg gefragt zu werden. Ein bisschen Imitation wirkt hier Wunder.

13.) Werde zum Polyglott

Als letzten Tipp empfiehlt er noch, eine Sprache nach der anderen zu lernen und sich immer auf eine zu konzentrieren. Eine Sprache zu sprechen erfordern konstante Praxis, einmal erlernte Dinge bleiben einem aber ziemlich gut erhalten.

Mein Kommentar: Da stellt sich natürlich die Frage, wie viele Sprachen man überhaupt auf welchem Niveau beherrschen kann. Muttersprache, die Landessprache der Wahlheimat und Arbeitssprache sind kein Problem. Dann noch eine verwandte Sprache auf hohem Niveau, aber das ist dann meist auch schon das Ende der Fahnenstange, wenn man bei der tatsächlichen Beherrschung nicht zu viele Defizite haben will. Wer das Globetrotterniveau braucht und in der Sprache nicht arbeitet, für den sind natürlich auch deutlich mehr möglich.

Mein verbalathletisches Fazit:

Bennys Methode ist super, wenn ihr eine Weltreise machen wollt. Wenn ihr zum Studieren, Arbeiten oder um zu leben in ein anderes Land gehen wollt, dann ist die Methode nur der Anfang und sollte noch erheblich vertieft werden. Es dauert einfach länger, den Fachwortschatz zu lernen, sich einzuleben, die Mentalität zu verstehen und sich dort sprachlich zurecht zu finden. Wenn die Einheimischen komplett anders denken, muss man beispielsweise erst in diese Rolle hineinwachsen und den Hintergrund ihrer Worte und ihres Verhaltens verstehen lernen.

Bis zum nächsten Mal

Euer Wolfgang

Den Originalartikel findet ihr unter dem folgenden Link:

12 Rules for Learning Foreign Languages in Record Time — The Only Post You’ll Ever Need

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